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Pflanzen im Andersland

Nachdem es lange nichts Neues auf dieser Webseite gab, möchten wir Euch ein paar Pflanzen zeigen, die hier im Andersland wachsen.

Ohne Kommentar 🙂

Hühner

Samstag rief unsere Steuerberaterin (und hochgeschätzte Freundin, weil menschlich, ehrlich und standhaft) an und fragte, ob es passt wenn sie uns gleich Unterlagen vorbei bringt, sie wolle sowieso mit den Hunden in den Wald gehen und liegt unser Haus auf dem Weg. Udo erwartete sie draussen, weil er gleich weg wollte und sie übergab ihm die Unterlagen und Udo fuhr einkaufen. Als ich später vor die Tür ging, um den Göttinnnen ein Rauchopfer darzubringen, Sah ich weiss Federn vor der Tür und es klebte etwas Blut an ihnen. Schuhe an, raus und die Hühner suchen…. Grete fand ich, Elfi nicht, aber an einer Stelle viele Federn von ihr.

Ich vermutete, dass es ein  sehr hungriger Fuchs gewesen sein müsse, wenn der es wagt bis zur Haustür zu kommen. Kaum war ich wieder drinnen, rief Udo an und wollte mich was fragen…. Ich weinte und sagte ihm, dass Elfi tot wäre. Kurze Zeit später war Udo wieder zu Hause als unsere Steuerberaterin anrief und Udo sagte, sie würde gleich kommen. Ihr Hund, ein ehemaliger Streuner, hatte die Elfi sehr verletzt und sie wäre mit ihr bei Tierarzt gewesen, der sie nur noch hätte einschläfern können.

Dann standen wir drei umarmt im Flur und weinten aus Trauer um Elfi. Sie war sehr zahm gewesen, lies sich streicheln und saß oft mit Grete vor der Haustür und wir unterhielten uns…..

Als Udo unsere Elfi im Land vergrub, schaute ich in Net, ob es im Umkreis von 50 Km Hühner zu kaufen Gäbe, weil Grete sehr vertört war und Elfi immer noch rief….

Die erste Anzeige war dann die einzige, die in Frage kam. 5 Hühner waren zu verkaufen und als ich die Bilder sah, wusste ich, dass diese Hühner für uns vorgesehen waren. Eine sah genaus so aus wie Elfi, eine Zweite wie Tante Emma, die schon vor längerer Zeit über die Regenbogenbrücke gegangen war…..

Es war ein 13 jähriger Junge, der die Hühner verkaufen wollte und die Anzeige erst vor wenigen Stunden ins Netz gestellt hatte! Er hatte den gleichen Namen wie mein Großvater……. Es gibt keine “Zufälle”

Sonntag hat Udo die Hühner zu uns geholt und sie sind auch recht zahm 🙂

Hier noch einige Bilder 🙂

Ein kleines “Über uns”…

Wir (er)leben im Andersland 😉

Deutschland, Nordrhein-Westfahlen, Bergisches Land, in Overath -> Untereschbach -> Steinenbrück (so heisst der Ortsteil) auf einem “Berg” in der Nähe eines stillgelegten Bergwerks, keine 200 Meter von einer Erddeponie entfernt.

Wir konnten vor einigen Jahren rd. 7000 m2 Land kaufen, vorher stand dort eine Fichtenmonokultur (das sollten mal Weihnachtsbäume sein – irgendwann wollte aber keiner mehr 20 Meter hohe Weihnachtsbäume haben, komisch…), die vor ca. 5 Jahren abgeholzt wurde.

Die Stämme wurden natürlich abtransportiert, die Äste blieben liegen. Da wir alles “von Hand” machen, ist alles mit Brombeeren zugewachsen, nach und nach sind auch ein paar junge Bäume gesprossen, die wir jetzt nach und nach freischneiden.

Der Boden ist leider richtig sauer (durch die Fichtennadeln) und wenig fruchtbar (da wuchs halt nix anderes als Fichten, und Fichtennadeln geben keine gute Erde…), ausserdem sehr schwer und lehmig (meistens brauchts ´ne Spitzhacke, um da irgendwie ein Loch zu graben…)

Mittlerweile haben wir den Boden stellenweise aufgelockert und verbessert, die ersten Früchte durften wir schon ernten, aber eben alles noch nicht so toll.

Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal Mist ausbringen können, der eigentlich ein Jahr liegen soll, ich habe den Mist dann einfach untergegrubbert und das Ergebnis ist kein Vergleich zu vorher 🙂

Die Ziegen sind dabei sehr wertvolle Helfer, einmal, weil sie die Brombeeren entlauben und zum Teil abfressen, so dass wir besser freischneiden können, und dort, wo wir freigemacht haben, aber immer noch Brombeerwurzeln sind (Speicherwurzeln dicker als meine Faust!), fressen sie die aufkommenden Ruten gleich wieder ab.

Der Mist, den sie produzieren, ist natürlich reines Gold für uns, wie gesagt – dort, wo wir dieses Jahr Mist eingebracht haben, wachsen endlich auch geniessbare Knollen und Früchte, im Gegensatz zu vorher, wo alles klein, hart und madig war ^^

Wir wollen hier wieder einen kleinen, natürlichen Kreislauf entstehen lassen, in dem wir nicht Chef, sondern Teil des Ganzen sind, und uns als Hüter, nicht Herrscher der Natur verstehen.

Gedanken zum technischen Fortschritt

Seit heute morgen sieht es so aus, dass bei uns kein heisses Wasser mehr aus der Leitung kommt. Die Brennwertanlage, die seit 1992 hier ihren Dienst tut, hat diesen nun quittiert.

Den Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand habe ich dann auch gleich mit einer kalten Dusche gefeiert – brrrrrrr, denkst Du bei diesem Satz? Die kalte Dusche heute morgen scheint etwas von mir abgespült zu haben, denn anstatt zu bibbern und zu frieren, entspann sich dieser philosophische Gedankengang…

Holz für´s Feuer1. Dass ich unter der kalten Dusche friere, ist ein Glaubenssatz.
Natürlich habe ich gezögert, mir kaltes Wasser über den Körper laufen zu lassen, und mir gedacht, wie ich im letzten Moment noch daran vorbei komme. Dann dachte ich mir: Egal, tu es! Was kann es Dir schon anhaben?
Erst die Arme, dann die Beine… Und ich dachte, hey – das ist “nur” mein Körper, den ich da reinige, und er vermittelt mir doch nichts anderes als die Information, dass das Wasser “kalt” ist. Mehr nicht! Alles Weitere macht mein KOPF, dort, wo die Glaubenssätze sitzen (Satz kommt von Sitz, gelle..?)

2. Verzicht bedeutet nicht, etwas zu verlieren, sondern neue Erfahrungen zu machen und Irrtümer zu erkennen.
Was würde geschehen, wenn wir komplett auf heisses Wasser aus der Leitung “verzichten” würden? Wir würden uns sehr genau überlegen, ob und wann wir unser nächstes Vollbad nehmen, und wie wir das Wasser dafür heiss bekommen. Wir müssten uns damit arrangieren, dass wir nicht für jedesmal Händewaschen heisses oder warmes Wasser zur Verfügung haben, was uns so selbstverständlich vorkommt.
Wir würden erkennen, wie schwach und verwundbar uns all diese kleinen Bequemlichkeiten gemacht haben, und wie abhängig wir davon geworden sind. Wir würden nach Alternativen suchen und erkennen, dass vieles von dem, was wir jetzt haben, überhaupt nicht nötig ist.
Und vermutlich wären wir noch gesünder.

3. Not macht erfinderisch, oder: Ein Haus macht faul
Wofür lebe ich? Zum grossen Teil, um all die Annehmlichkeiten zu bezahlen, die mich umgeben, und den restlichen Teil, sie zu benutzen. Versetzte ich mich nackt, ohne Werkzeug, in den Wald, müsste ich entweder sehr schnell umdenken, oder sehr schnell sterben. Ich müsste mir Gedanken darüber machen, was ich allein mit meinen Händen ausrichten kann und mir jeden Tag auf´s Neue überlegen, was ich esse und wo ich die Nacht verbringe.

Nachdem ich nun ein schönes, warmes Hafersüppchen gegessen habe, bin ich wieder mehr der etwas träge, verwöhnte Luxusmensch, der jetzt gleich rausgehen und die Sonne geniessen möchte, nach dieser kalten Dusche…

… Fortsetzung folgt.