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    5. Juli 2010 rockrebell

    Seit heute morgen sieht es so aus, dass bei uns kein heisses Wasser mehr aus der Leitung kommt. Die Brennwertanlage, die seit 1992 hier ihren Dienst tut, hat diesen nun quittiert.

    Den Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand habe ich dann auch gleich mit einer kalten Dusche gefeiert - brrrrrrr, denkst Du bei diesem Satz? Die kalte Dusche heute morgen scheint etwas von mir abgespült zu haben, denn anstatt zu bibbern und zu frieren, entspann sich dieser philosophische Gedankengang…

    Holz für´s Feuer1. Dass ich unter der kalten Dusche friere, ist ein Glaubenssatz.
    Natürlich habe ich gezögert, mir kaltes Wasser über den Körper laufen zu lassen, und mir gedacht, wie ich im letzten Moment noch daran vorbei komme. Dann dachte ich mir: Egal, tu es! Was kann es Dir schon anhaben?
    Erst die Arme, dann die Beine… Und ich dachte, hey - das ist “nur” mein Körper, den ich da reinige, und er vermittelt mir doch nichts anderes als die Information, dass das Wasser “kalt” ist. Mehr nicht! Alles Weitere macht mein KOPF, dort, wo die Glaubenssätze sitzen (Satz kommt von Sitz, gelle..?)

    2. Verzicht bedeutet nicht, etwas zu verlieren, sondern neue Erfahrungen zu machen und Irrtümer zu erkennen.
    Was würde geschehen, wenn wir komplett auf heisses Wasser aus der Leitung “verzichten” würden? Wir würden uns sehr genau überlegen, ob und wann wir unser nächstes Vollbad nehmen, und wie wir das Wasser dafür heiss bekommen. Wir müssten uns damit arrangieren, dass wir nicht für jedesmal Händewaschen heisses oder warmes Wasser zur Verfügung haben, was uns so selbstverständlich vorkommt.
    Wir würden erkennen, wie schwach und verwundbar uns all diese kleinen Bequemlichkeiten gemacht haben, und wie abhängig wir davon geworden sind. Wir würden nach Alternativen suchen und erkennen, dass vieles von dem, was wir jetzt haben, überhaupt nicht nötig ist.
    Und vermutlich wären wir noch gesünder.

    3. Not macht erfinderisch, oder: Ein Haus macht faul
    Wofür lebe ich? Zum grossen Teil, um all die Annehmlichkeiten zu bezahlen, die mich umgeben, und den restlichen Teil, sie zu benutzen. Versetzte ich mich nackt, ohne Werkzeug, in den Wald, müsste ich entweder sehr schnell umdenken, oder sehr schnell sterben. Ich müsste mir Gedanken darüber machen, was ich allein mit meinen Händen ausrichten kann und mir jeden Tag auf´s Neue überlegen, was ich esse und wo ich die Nacht verbringe.

    Nachdem ich nun ein schönes, warmes Hafersüppchen gegessen habe, bin ich wieder mehr der etwas träge, verwöhnte Luxusmensch, der jetzt gleich rausgehen und die Sonne geniessen möchte, nach dieser kalten Dusche…

    … Fortsetzung folgt.

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    6 Reaktionen zu “Gedanken zum technischen Fortschritt”

    1. Edelgard Klever sagt:

      Hallo,
      bin soeben auf Deine Erfahrung gestoßen. Finde es sehr toll wenn man es schafft so zu leben.Kann man (Frau) Dich ( Euch) besuche?

      Liebe Gr. Edelgard

    2. rockrebell sagt:

      Hallo Edelgard, natürlich kann uns jeder jederzeit besuchen - wir freuen uns immer, wenn Menschen hier ins Andersland kommen :-)

    3. Edel. sagt:

      HalloRockrebell,wie kann ich Euer Andersland finden?

    4. Edel. sagt:

      Hallo,ich komme aus wuppertal.

    5. rockrebell sagt:

      Hab ich doch glatt den falschen Google-Maps-Link eingefügt. Hier ist der richtige:
      http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&hl=de&msa=0&msid=216220944013638953955.00046a17c27c5e3ed741a&z=18

      Wuppertal ist ja “fast” um die Ecke ;-)

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